KG Abendgesellschaft Rheine e. V.

Karneval für Tiere – so begann’s!

KUR Abendgesellschaft1949: Nach der Währungsreform werden die Tiere im Rheiner Tierpark nur satt, weil dieser Schulden macht – bis zum Jahr 1950 schon 8.000 DM. Hermann Rosenstengels Idee: Eine Kommission sollte im Juli 1950 im Tierpark ein Volksfest organisieren – geplante Dauer: drei Tage. Die Kommission, maßgeblich Töne Jörling, August Th iemann und Bernd Rosemeyer, planten und organisierten; man errichtete ein großes Festzelt, ein Wirt übernahm Risiko und Kosten; Stadtwerke-Direktor Ernst Clostermann ließ den ganzen Park beleuchten, der Salinenverwalter Heinrich Stockmann erledigte die Geschäfte. Bürgermeister Albert Biermann eröffnete das Volksfest, der Heimatdichter Franz Kolck plauderte Humorvolles und „der nie abreißende Zustrom der Massen ins Bentlager„Gehege“ (Münsterländische Volkszeitung) vergnügte sich bei volkstümlichen Spielen, Tanz und humoristischen Einlagen. Am Sonntagabend beleuchtete als Höhepunkt ein Feuerwerk den Himmel.

Die Besucherzahlen übertrafen alle Erwartungen: Man beschloss, das Volksfest auf acht Tage zu verlängern – so ist es in allen späteren Jahren geblieben. Das erste Volksfest brachte einen Reingewinn von 8.000 DM: Die Schulden waren getilgt.

Die Organisation des ersten Volksfestes hatte so vortrefflich geklappt – zu schade wäre es gewesen, wenn das Festkomitee sich wieder zerstreut hätte. Deshalb schlug Hermann Rosenstengel vor: Die Mitglieder des Komitees sollten sich zu einer Abendgesellschaft zusammenschließen – es entstand die Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Rheiner Tiergartens; der erste gewählte Vorsitzende des Vereins war Bernd Rosemeyer.

Die Abendgesellschaft ist durch die Satzung sehr eng mit dem Tiergarten verbunden: Durch gesellige und kulturelle Veranstaltungen besserte die Abendgesellschaft die Mittel des Tiergartens auf. Besonders aktiv waren neben dem Vorsitzenden Töne Jörling, August Thiemann und Max Holl; Letzterer war nach Rosemeyer langjähriger Vorsitzender. Das erste Projekt: der Ziegenfelsen. Holl besorgte die Ziegen und hieß daraufhin in Freundeskreisen nur noch „der Ziegenbaron“. Die Arbeiten für den Bau der Gehege führten die Mitglieder der Abendgesellschaft nach Feierabend und samstags kostenlos durch – ihre Frauen halfen. „Nicht weniger als 350 Matten Rippenstreckmetall haben sie aufgestellt und mehr als 20.000 Drahtknoten mit der Hand verflochten“ (MV). Das Ergebnis: 328 Quadratmeter Außenfläche und über 2.400 Arbeitsstunden.

Besonders beliebt waren und sind die Veranstaltungen der Abendgesellschaft zur Karnevalszeit – die großzügigen Hilfsaktionen wie der Bau von Gehegen schliefen langsam ein. Geblieben ist die Närrische Nacht und das engagierte Mitwirken im Rheiner Karneval: Den Rosenmontag bereichern stets ein Wagen und die Fußgruppe „Die flotten Hühner“.

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